“Drinnen trifft Draußen” in der JVA Köln

2015 ist viel passiert im Besucherbereich der JVA Köln.

Die Räume sind heute viel kinderfreundlicher, durch viel kreative Arbeit in und außerhalb des Gefängnisses.

Morning Tears und die Studentinnen Theresa Herzog von der Alanus Hochschule, Bonn, sowie Diana Dauer von der Universität Köln waren die treibende Kraft hinter der zweiten Phase unseres Projektes "Bindungsräume". Sie entwickelten "Drinnen trifft Draußen" und dieses Projekt fokussiert besonders auf die Partizipation inhaftierter Eltern.

Draußen - der triste Anblick der Tram Station hat sich durch die farbigen Holzsitze schon stark verändert. Gefangene der JVA Köln haben sie in der JVA-internen Tischlerei produziert und so werden die Kinder jetzt mit bunten Farben begrüßt!

Drinnen - der Langzeit-Besucherraum bekam eine Rundumerneuerun! Durch freundliche Farben entsteht eine bessere Atmospäre. In der Tischlerei wurden verschiedene Holzspielzeuge gefertigt, unter anderem Holzklötze zum Bauen. Die Holzautos waren ein Hit bei den inhaftierten Müttern, die gleich möglichst viele für die Kinder produzieren wollten.

Der Langzeit Besucherraum richtet sich besonders an Kinder im Alter von 0-5 Jahren, die sich dort mit ihren Eltern einige Stunden ungestört aufhalten können. Die Möglichkeit, gemeinsam zuspielen, zu essen und möglichst harmonisch Zeit miteinander zu verbringen, das soll dieser Raum auch optisch leichter machen. Die Kinder vergessen in diesem Moment, dass sie ihr Elternteil in einem Gefängnis besuchen.

Mehrere großformatige Bilder verändern nun auch die Atmosphäre in weiteren Besucherräumen. Die Stimmungen, die sich an die Natur draußen anlehnen, werden so in die Räume getragen und beeinflussen dort die Gesprächskultur positiv.

Ein ganz besonderes Teilprojekt gibt den Inhaftierten die Möglichkeit, ihre Welt "Drinnen" auch visual zu zeigen. Kinder fragen oft, wie es ihren Eltern in einer Zelle geht, wie sie im Gefängnis leben, mit Arbeit, Essen und Schlafen. Viele Impressionen wurden mit Einwegkameras festgehalten und werden von der Welt "Drinnen" nun am Wartehäuschen der Tram in einem großen Mosaik erzählen. Das Besondere hierbei ist die partizipative Begegnung bei der kreativen Erarbeitung des Bildes und die Möglichkeit, seine eigene Welt zu zeigen und sich auf Augenhöhe zu begegnen.

Wenn Sie mehr über unser Projekt erfahren wollen oder Interesse haben, ob ein solches Projekt auch in Ihrer JVA möglich ist, melden Sie sich bitte bei Uschi Germer unter u.germer@morningtears.de. Wir berichten dann gerne über die interdisziplinären Aspekte der Zusammenarbeit.

Die zweite Phase dieses von der BAG-S initiierten Projektes wurde ermöglich durch den vielfältigen Support von KRASS e.V. und der Montag Stiftung.

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